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Das Dilemma: Bettler oder Dieb?

Sehr oft im Leben stehen wir vor Entscheidungen. Wie machen wir das? Wahrscheinlich wägen wir die Vor- und Nachteile der verschiedenen Möglichkeiten gegeneinander ab und entscheiden uns dann für die für uns beste. Aber wodurch zeichnet sich diese beste Möglichkeit aus? Stellen sich vor, eines Tages wachen Sie auf und stehen vor der Wahl, ein Bettler oder ein Dieb zu sein. Nehmen Sie sich ein Moment Zeit und überlegen Sie sich ganz genau …

Was würden Sie lieber sein? Jede der zwei Möglichkeiten hat Vor- und Nachteile. Ein Dieb zu sein ist illegal und kriminell, allerdings ist es auch kreativ und abenteuerlich, nicht wahr? Ein Bettler … den sieht man in jeder Stadt, ärmlich angezogen sitzt er da mit einem Hundeblick und wartet … und wartet bis die Menschen, die vorbei laufen, ihn endlich wahrnehmen und hoffentlich etwas Geld spenden, weil jeder hat doch so viel mehr als er selbst.

Ich weiß nicht, für welche der zwei Möglichkeiten Sie sich entscheiden haben, aber ich sehe diese zwei unterschiedliche Menschen wie zwei Persönlichkeiten. Einer sitzt passiv da und wartet und hofft, dass das Glück ihn endlich anlächelt, sei es ein neuer Job oder ein neuer Partner. Vielleicht hat er die Opferrolle angenommen und jammert nur wie unfair die Welt da draußen ist, dass manche Menschen so viel mehr Glück im Leben haben und immer mehr Geld oder Freunde bekommen und bei der Partnersuche steht die Schlange da … und jeder sieht scheinbar wie ein Model aus. Bei allen anderen klappt es alles so gut, nur nicht bei ihm … der Arme …

Und anderseits sehe ich einen Menschen, der viele Sachen ausprobiert und der nicht aufgibt, wenn etwas nicht perfekt gelaufen ist. Er versinkt nicht in Selbstmitleid, sondern wird aktiv und macht! Wie ein kleines Kind, das laufen lernt, fällt er hin, steht wieder auf und probiert von vornherein.

Haben Sie schon mal ein Kind gesehen, das einfach aufgibt, weil es mit dem Laufen nicht gleich funktioniert hat? Sie sagen “nein”? Ich habe so ein Kind auch noch nie gesehen … Nun, wenn wir erwachsen sind, vergessen wir manchmal wie es damals war, als wir andauernd gefallen sind und trotzdem weiter gekämpft haben.

In unserem tagtäglichem Leben, wer sind dann die Bettler? Sind das nicht irgendwie diejenigen, die für sehr kleines Geld bereit sind zu arbeiten und wenn die Firma den Stundenlohn kürzt, nehmen sie das Angebot trotzdem an und werden so immer mehr ausgenutzt? Oder sind das diejenigen, die anstatt sich weiter zu entwickeln, lieber jammern und mit sehr bescheidenen Vorstellungen leben? Oder diejenigen, die als Singles zu Hause auf der Couch sitzen und seit Jahren hoffen, dass der Traumprinz/-prinzessin eines Tages an der Tür klingelt und sich als Lebenspartner anbietet?

Und wo sind die “Diebe”? Sind das vielleicht die großen, reichen Chefs oder Unternehmen, die ihr Geld lieber im Ausland auf der Bank liegen lassen um die Steuer nicht bezahlen zu müssen anstatt dort, wo sie das Geld auch verdienen? Oder sind das diejenigen, die unsere Zeit “klauen” und die Kollegen ausnutzen, wenn sie diese mit Arbeit vollschütten, um selbst etwas anderes zu machen oder gar Prämien oder Boni abkassieren, weil sie möglicherweise am Personal gespart haben?

Und wie ist es mit den Langzeitarbeitslosen? Einer, der jahrelang von Hartz IV lebt. Ist er ein Bettler oder vielleicht doch ein Dieb, der lieber passiv nimmt, während die Anderen arbeiten? Alles ist eine Frage der Perspektive und die beste Nachricht ist es, dass es uns selbst überlassen ist, unser eigenes Leben in die Hände zu nehmen und etwas daraus zu machen, oder passiv da zu sitzen und ein Leben lang darauf zu warten, dass das Glück irgendwann mal kommt … was allerdings wahrscheinlich nie passieren wird … Bestimmen Sie Ihr Leben selbst und erschaffen Sie ihr eigenes Glück!

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